Es war einer der längsten Strafprozesse in der amerikanischen Justizgeschichte. Nach jahrelanger Ermittlung war gegen 20 Mitglieder der Lucchese-Familie Anklage erhoben worden. Aus den zahlreichen Verbrechen, die mit dem Familienclan in Verbindung gebracht wurden, hatten sich die Anklagebehörden auf 76 ganz unterschiedliche Fälle beschränkt. Sidney Lumets Film liegt die authentische Geschichte von Giacomo "Jackie Dee" DiNorscio zugrunde, einem Mitglied der berüchtigten Familie. Selbst schon zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt, eröffnet sich ihm die Möglichkeit, die eigene Haftzeit mit einer Aussage gegen seine Freunde erheblich zu verkürzen. Enttäuscht vom Rechtssystem und seiner Bürokratie und ohne sich auf die Aufforderung zum Verrat einzulassen, beschließt der Gangster, sich selbst zu verteidigen.
In seiner Doppelrolle als Angeklagter und Anwalt kommt Jackie mit den
Gepflogenheiten im Gerichtssaal und der oft undurchsichtigen Taktik von
Staatsanwälten und Verteidigern erstaunlich gut klar. Er genießt es, im
Mittelpunkt zu stehen, ist schlagfertig und witzig und schafft es immer wieder,
dem Prozessverlauf eine überraschende Wendung zu geben. Dabei verhält er sich
gegenüber den Mitangeklagten und Freunden vergangener Jahre absolut loyal. Mit
seiner Länge von 21 Monaten war der Lucchese-Prozess das längste
Gerichtsverfahren der US-Geschichte. 20 Angeklagte, 20 Verteidiger, ein
entsprechendes Aufgebot an Staatsanwälten, zahlreiche Ersatzgeschworene und
Plädoyers, deren Vortrag bis zu fünf Verhandlungstage dauerte, brauchten ihre
Zeit. Am Ende des Prozessmarathons mit seinen zahlreichen dramatischen
Höhepunkten stand eines der am heftigsten diskutierten Urteile der
US-Justizgeschichte.
